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Visionen 2018 aus Schülersicht - aus Elternsicht - aus Lehrersicht aus der Sicht der Schulleitung - aus Verwaltungssicht - aus politischer Sicht | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus Schülersicht Seitdem ich in die Tagesmusikschule MDU® gehe, habe ich viel mehr Freude am Musik machen". Erst habe ich ja gedacht: Au wei, der Unterricht wird ja viel zu stressig: Wie soll ich so etwas aushalten, das ich bislang schon in 45 Minuten ganz schön heftig fand ?!" Aber der Unterricht ist ja ganz anders! Ist ja eigentlich gar kein richtiger" Unterricht unser Lehrer ist halt da, wenn ich was wissen will oder etwas nicht kann. Aber meistens frage ich da sowieso erst einmal die Älteren, die können das oft viel besser erklären. Und wenn ich dann der Britta nach einer halben Stunde etwas total Schweres vorspielen kann, das sie mir gerade erst gezeigt hat, dann bin ich total stolz darauf! Ich glaube sogar, dass sie sich manchmal ein bisschen ärgert, wenn ich das viel schneller lerne als sie das früher geschafft hat! Aber mir geht es ja mit Rebecca ganz genau so: die Kleine ist einfach auf Zack! Der zeige ich etwas - und Ruck Zuck kann die das! Total cool finde ich den Computer nebenan: da sind tolle Musik-Spiele drauf und ich stehe schon ganz oben im Rhythmus-HighScore! Und mit den Play-Alongs klingt's fast so wie im richtigen Konzert! Aber genauso cool ist es, wenn wir uns in unserem größten Raum treffen und mit den Congas und Trommeln so richtig heiße Rhythmen spielen. Lustig sind auch die Musikalischen Spiele": ich habe neulich das Tonleiter-Spiel in H-Dur gewonnen! Früher wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas gibt - aber in der letzten Woche ich habe meinen Lehrer gefragt, ob er mir bei der H-Dur-Tonleiter hilft, weil ich davor beim Es-Dur haushoch verloren habe Manchmal spielen wir auch im Orchester oder in kleinen Gruppen zusammen. Gott sei Dank wechseln sich die Lehrer beim Dirigieren von Monat zu Monat ab irgendwie kennt man nach drei/vier Proben die Sprüche schon und dann wird's schnell langweilig Jedenfalls kann ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es wäre, einmal pro Woche 45 Minuten ganz allein mit meinem Lehrer in einem Raum zu hocken - echt ätzend ! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus Elternsicht Seit einem Jahr bin ich nicht mehr Taxifahrerin (meiner Kinder), sondern kann an vier Nachmittagen pro Woche arbeiten. Meine Kinder besuchen die Tagesmusikschule MDU® und die Tagessportschule - und ich frage mich, wie ich es früher ausgehalten habe, meine drei Kinder zum Instrumentalunterricht, zur Musiktheorie, zum Training und zum Fussballspiel zu chauffieren. Da war oft eine generalstabsmäßige Organisation vonnöten! Dass meine Kinder zweimal pro Woche zum Training gingen, das war ja auch früher schon recht normal. Aber wie konnte es sein, dass die große Welt der Musik in ein 30-minütiges Kurzprogramm plus (ungeliebter) Musik-Theorie gezwängt" wurde? Beim Fussball hat ja der linke Außen-verteidiger, der Rechtsaußen oder der Torwart ja auch kein 30-minütiges Einzel-Spezial-Training", um dann am Samstag im Spiel seine eigene Position möglichst gut auszufüllen ! In unserem Ort hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen, dass es ganz normal" ist, dass die Musikschule - genau so wie der Fussballverein - eine gewisse Zeit" brauchen, um einerseits wirklich Spaß" zu machen und zum anderen auch etwas `rüberzubringen Meine Schwester wohnt in einem Ort, in dem es das Angebot einer MDU-Tagesmusikschule® noch nicht gibt: Sie steht wie ein Offizier auf dem Flur der Schule und achtet darauf, dass der nächste Schüler erst um punkt halb vier den Unterrichtsraum betritt: Ich habe die 30 Minuten schließlich bezahlt", sagt sie dann. Schön finde ich, dass auch der Fussballverein dem guten Beispiel der Musikschule gefolgt ist und nun ebenfalls in Kooperation mit der Ganztagesschule eine sogenannte Tagessportschule" anbietet. So können meine Kinder nun ihre Hobbys mit der Schule ideal verbinden und wir haben sogar wieder an einigen Abenden Zeit für die Familie. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus Lehrersicht Ehrlich gesagt bin ich ja mit ziemlichen Bauchschmerzen in die Ausbildung Tagesmusikschule MDU®" gestartet: Ich unterrichte seit über 20 Jahren mit großem Erfolg im Einzelunterricht und habe auch schon viele Preisträger hervorgebracht. Aber irgendwie habe ich immer weniger Zukunftsperspektiven gesehen, weil immer mehr Schüler kaum geübt und sich dann bald wieder abgemeldet haben. So konnte es einfach nicht weitergehen Ich fühle mich zwar immer noch nicht ganz sicher in den neuen Unterrichtsformen - aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so, denn so bleibe ich offen und neugierig. Es fällt mir manchmal immer noch recht schwer, loszulassen" und mich nicht immer selbst für die Lösung aller Probleme verantwortlich zu fühlen. Aber durch unsere Arbeit im Team erhalte ich eine große Unterstützung. Wir sind zwar ziemlich verschieden, haben aber mit der Zeit gelernt, dies als Chance zu sehen. Ich frage mich, wie ich es früher ausgehalten habe, alles allein machen zu müssen! Und seitdem Frau Müller als Schülerin hinzu gekommen ist, hat meine Freude am Unterricht nochmals nahezu einen Quantensprung gemacht! Eigentlich fand ich das ja zunächst gar keine gute Idee, sie nach ihrer Pensionierung und 45 Jahren nach ihrer letzten Klavierstunde in die Schülergruppe zu integrieren. Aber von ihren großen Erfahrungen als Grundschullehrerin habe ich mehr profitieren können als von sämtlichen Pädagogik-Vorlesungen während meines Studiums! Sie ist überhaupt keine Belastung, im Gegenteil: ihr eigenes Klavierspiel hat sie quasi nebenbei wieder aufgefrischt und ist als Begleiterin für viele Schüler gar nicht mehr wegzudenken. Und sie selbst hat wohl den meisten Spaß daran! Manchmal erinnere ich mich noch daran, wie es früher war, als ich mich ganz allein für die Motivation der Schüler verantwortlich fühlte. Aber wie viel größer ist doch ihre Lust, wenn sie etwas können wollen, das die Älteren können! Und während der Pubertät ist nun kaum noch ein Loch" zu beklagen, sondern es ist oft dieser besagte innere Schweinehund" zu beobachten, der sie befällt, wenn die kleinen Kinder" schon etwas spielen wollen, das sie als junge Erwachsene" gerade erst so einigermaßen können. Je mehr ich mich aus diesen Spielchen" heraus halte, je mehr Energie beobachte ich bei meinen Schülern. Ich kann mir gar nicht vorstellen, je pensioniert zu werden | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus Sicht der Schulleitung Vor wenigen Jahren war das Thema Kooperation mit allgemein bildenden Schulen" in aller Munde. Eine Schulleiter-Kollegin berichtete mir von Lehrkräften ihrer Schule, die eine Fortbildung über mehrere Wochenenden zum Thema MultiDimensionaler InstrumentalUnterricht®" besucht hatten. Diese 14 Lehrerinnen und Lehrer trafen sich regelmäßig, führten jedes Jahr eine MDU®-Projekt-woche durch und - völlig unglaublich - eine der besten Lehrerinnen verzichtete freiwillig auf ihren schönen Unterrichtsraum und wollte stattdessen lieber in einer benachbarten Grundschule in mehreren Räumen arbeiten. Erstaunlich: Keiner dieser Lehrer hielt dafür die Hand auf! Daher hat unsere Musikschule beim Pilot-Projekt Tagesmusikschule mitgemacht. Auf einen Nenner gebracht: Waren wir vor 10 Jahren noch eine Instrumental-Unterrichts-Vermittlungs-Agentur", so sind wir jetzt im wahrsten Sinne des Wortes zu einer MUSIK-SCHULE geworden: Musik hat Raum und Zeit bekommen, wir leben mit offenen Türen" und arbeiten mit-einander. Große Sorgen machte ich mir während meines ersten Beratungsgespräches mit dem Dozenten, dass bei uns bald ein Verwaltungs-Chaos ausbrechen könne. Es blieb nicht nur aus, sondern die Verwaltung ist nun viel einfacher und flexibler geworden. Es gibt weder unterschiedliche Zeit-Tarife, kein mühsames Basteln an Stundenplänen noch ungeplante Deputats-Schwankungen. Wir sind mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Teil der allgemein bildenden Schule geworden. Nach wenigen Jahren haben wir sogar am Vormittag mit dem Unterricht starten können! Selbst die Mathe-Lehrkräfte waren begeistert: statt sich ständig Sonderaufgaben für einige Schülergruppen ausdenken zu müssen, können sie diese nun zu den anwesenden Instrumentallehrern schicken und sich nun ihrerseits intensiver um die schwächeren Schüler kümmern. Politisch hat uns das Türen geöffnet, um eine derart gute gesetzliche Verankerung zu erhalten, wie wir sie uns früher nie haben träumen lassen. Es gibt zwar immer noch benachbarte Musikschulen, die den Teilbereich Tagesmusikschule MDU®" noch nicht integriert haben. Und es gibt auch bei uns immer noch wenige Lehrkräfte, die ausschließlich Einzelunterricht erteilen wollen. Aber das Problem ist lösbar: zum einen wird es immer einen Teil Schüler geben, die genau diesen einmal wöchentlichen Einzelunterricht wollen; zum anderen hat mittlerweile auch der letzte Lehrer und die letzte Schule gemerkt, dass diese Unterrichtsformen kein Hexenwerk" sind, sondern das sie das ganz natürliche - und somit effektive - Lernverhalten eines Kindes in besonderer Weise fördert. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus Verwaltungssicht Als Amtsleiter für Bildung und Kultur war die Musikschule für mich früher oft wie das fünfte Rad am Wagen. Irgendwie habe ich damals durch vieles nicht so recht durchgeblickt, was mir unser rühriger Musikschulleiter ständig nahezubringen versuchte. Ich fand sie manchmal einfach nur teuer und schwer organisierbar. Und die scheinbar gottgewollte Äquivalenz zwischen Schülerzahl und Kosten habe ich auch so recht nie begreifen wollen. Das hat sich ja zum Glück geändert. Zwar habe ich mich ja zunächst sehr dagegen gesträubt, den Fortbildungsposten im Haushalt für mehrere Jahre dermaßen aufzustocken, doch heute bin ich froh, dass wir es getan haben: Zwar ist und bleibt es auch wohl so, dass Pädagogen und Verwaltungsleute nie ein und die selbe Sprache sprechen werden, doch sind wir uns nicht nur viel näher gekommen, sondern haben sogar - gegenseitig - ein viel größeres Verständnis füreinander entwickelt. In der Ausbildung des Pilot-Projektes haben viele Lehrkräfte gelernt, dass Organisationsfragen durchaus etwas mit pädagogischen Ideen zu tun haben können, zum anderen ist mir die Organisationsform einer Tagesmusikschule MDU® deutlich sympathischer, da sie vergleichbarer mit einer normalen" Schule geworden ist. Zudem hat die intensive Zusammenarbeit von allgemein bildender Schule und Musikschule das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse stark gefördert und ich brauche mich z.B. nicht mehr mit Raum- oder Terminbeschwerden der Schulleiter herumärgern. Man kann sagen, dass die (Tages-)Musikschule mittlerweile ein anerkannter und voll akzeptierter Teil der allgemein bildenden Schule geworden ist. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus politischer Sicht Was war ich als Bürgermeister immer stolz auf meine Musikschule! Fast jede Feierstunde unserer Kommune hat sie musikalisch umrahmt, das jährliche Orchesterkonzert war ein großes Ereignis und auch mit den Preisträgern von Jugend musiziert" habe ich mich für die Presse gerne fotografieren lassen. Irgendwann habe ich mich dann einmal gefragt, warum es fast immer die gleichen Schülerinnen und Schüler sind, die auf den diversen Anlässen spielen, warum von den 1500 Schülern nur gerade mal 120 in Orchestern und Ensembles mitspielen oder warum einige Preisträger - übrigens meist von den gleichen Lehrern - trotz 1. Preis so angespannt dreinschauen. Und bei den Haushaltsberatungen fiel mir dann auf, dass doch nur ein Bruchteil unseres Geldes in diejenige Arbeit floss, aufgrund derer wir Politiker die Musikschule wahrgenommen haben. Mein Amtskollege unserer Nachbarstadt berichtete mir dann, dass seine" Musikschule beim Pilot-Projekt Tagesmusikschule MDU® teilgenommen habe und dass er die musizierende Jugend seiner Stadt nun in viel breiterem und vielfältigerem Maße erlebe als vorher. Er berichtete mir, dass in seiner Stadt ständig andere Ensembles bei Feierstunden höre und er sich manchmal frage, woher denn nun plötzlich die vielen musizierenden Schüler kämen. Ein Problem sei mittlerweile die große Flut an Konzerten geworden, die fast schon ein zu Viel" seien. Und der Wettbewerb Jugend musiziert" sei mittlerweile zu einem Event" geworden, der aber nun deutlich lockerer und weniger verbissen vonstatten gehe. Aus bildungspolitischer Sicht bin ich froh, dass wir die Notwendigkeit von Ganztagesbetreuung mit dem gewachsenen Nachmittags-Angebot der Musikschule in idealer Form verbinden konnten; man kann sagen, dass wir mit dem Angebot der Tagesmusikschule MDU® aus der Not(-wendigkeit) eine (vorbildliche) Tugend gemacht haben. Hinter unserer MDU-Tagesmusikschule® kann ich als Politiker mit meiner ganzen Überzeugung stehen! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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